Zu „Trotz aller feindlichen Nachricht“ von Roland Erb – Liza S.

Im Deutschunterricht haben wir uns mit dem Thema Gegenwartslyrik befasst und mussten uns hierzu einen Gedichtband auswählen, mit dem wir uns näher beschäftigen sollten. Hierzu wählte ich den Gedichtband „Trotz aller feindlichen Nachricht“ von Roland Erb. Der Band wurde erstmals 2014 von dem Verlag „Poetenladen“ publiziert. Enthalten sind 95 Gedichte, welche in den letzten 44 Jahren geschrieben wurden und sich über 128 Seiten erstrecken.

Mein Ersteindruck war Anfangs kritisch, da ich kein Mensch bin, der gerne Gedichte bzw. Gedichtbände liest. Etwas, was mich jedoch sofort angesprochen hat, war der Einband des Buches. Abgebildet ist ein Baum, der sich aus vielen Wörtern zusammenstellt. Der Baum ist schwarz und daher ein harter Kontrast zu dem weißen Hintergrund. Direkt aufgefallen sind mir auch die vielen verschiedenen Themen, die er mit seinen Gedichten aufgreift. Themen wie Religion, Krieg oder Rassismus.

Der Band besteht aus hochwertigem Papier und das Hardcover ist komplett in Orange gestaltet. Wie schon erwähnt, beinhaltet der Band 128 Seiten und 95 Gedichte, von denen jeweils eines auf einer separaten Seite steht. Er ist in sechs Kapitel unterteilt. Jedoch verstehe ich nicht, nach welchem Prinzip Erb die Gedichte den Kapiteln zugeordnet hat. Am Ende des Bandes ist ein Inhaltsverzeichnis, in welchem jedes Gedicht unter dem jeweiligen Kapitel aufgelistet ist. Innerhalb eines Kapitels gibt es mehrere Themenbereiche, die in den Gedichten vorkommen. Der Schreibstil von Erb ist nicht gleichbleibend. Manchmal benutzt er die Alltagssprache, wie in dem von mir gewählten Gedicht „Hauptbahnhof“ (S. 18), manchmal aber auch gehobenere Sprache, wie in dem Gedicht „Stoischer Titan“ (S. 115).

„Hauptbahnhof“
Drei Skinheads schlagen die Schwarzen,
drei Skinheads schlagen die Schwarzen,
drei Skinheads schlagen die Schwarzen
hier auf dem Querbahnsteig.
Zwölf Citoyens stehn im Halbkreis dabei,
erschrocken.
Da steh ich auch.

Ein Gedicht, welches ich äußerst interessant finde, ist das Werk „Hauptbahnhof“ (S. 18). In dem Gedicht geht es um das sehr aktuelle Thema Rassismus. Es ist ungefähr in den 1990ern entstanden. Es besteht aus einer Strophe mit sieben Versen. Die ersten drei Verse sind komplett gleich. Stilistische Mittel hat Erb so gut wie nicht verwendet und es ist auch kein Reimschema vorhanden. Durch den Vers 6, welcher nur aus einem Wort besteht, macht Erb deutlich, dass die Menschen immer noch schockiert sind, wenn sie Hassattacken gegen Ausländer sehen. Jedoch schauen alle nur zu und stehen tatlos da. Das lyrische Ich steht auch nur da und schaut zu, wie „Skinheads“ (vgl. V. 1-3) auf „Schwarze“ (vgl. V. 1-3) einprügeln.

Ich persönlich kann den Gedichtband „Trotz aller feindlichen Nachricht“ von Roland Erb weiterempfehlen, da er sich mit aktuellen Themen wie Rassismus etc. beschäftigt. Dass die Gedichte in dem Band meist gut verständlich geschrieben sind, finde ich auch sehr positiv. Auch aufgrund der Gestaltung des Einbandes kann ich den Gedichtband empfehlen. Wie schon oben genannt, ist dieser sehr ansprechend und weckt das Interesse.